Hadsch

Der Haddsch (arabisch حج, DMG Ḥaǧǧ), auch Hadsch geschrieben, ist die islamische Pilgerfahrt nach Mekka. Er ist die fünfte Säule der fünf Säulen des Islam und findet jährlich während des Monats Dhu l-Hiddscha statt. Die große Pilgerfahrt, der Haddsch, kann nur während bestimmter Tage im Jahr (8.–12. Dhu l-Hiddscha) durchgeführt werden; die kleine Pilgerfahrt, ʿUmra genannt, kann zu jeder beliebigen Zeit erfolgen.

Der Haddsch beginnt am 8. Dhu l-Hiddscha in Mekka mit dem Eintritt in den Weihezustand Ihram und dem ersten Tawaf um die Kaaba. Danach folgt der Sa’i -der Lauf zwischen den Hügeln Safa und Marwa. Erst dann beginnt mit dem Lauf nach Mina die eigentliche Hadsch. Dort bleiben die Pilger bis zum nächsten Morgen und brechen dann in Richtung der Ebene ʿArafāt 20 km östlich von Mekka auf. Zu den Höhepunkten der Wallfahrt gehört das Stehen im Bereich dieser Ebene am 9. Dhu l-Hiddscha. Dort wird Gott um Vergebung gebeten, was bei den Pilgern der emotionalste Teil der Wallfahrt ist. Sie halten sich bis zum Sonnenuntergang an diesem Ort auf und begeben sich anschließend nach Muzdalifa, um dort zu übernachten.

Kurz vor Sonnenaufgang am 10. Dhu l-Hiddscha erfolgt der Aufbruch nach Mina. Dort wird der Ritus der symbolischen Steinigung des Teufels vollzogen, indem sieben (oder ein Vielfaches davon wie 49 oder 70) kleine Steine auf die Dschamarat al-Aqaba geworfen werden, welche den Teufel symbolisiert. Diese Dschamara war in der Vergangenheit eine Säule, wurde mehrfach umgestaltet und ist heute eine hohe Mauer mit konkaven Wänden, die in die 2009 fertiggestellte neue Dschamarat-Brücke integriert ist. Anschließend rasieren sich die männlichen Pilger das Haupthaar (halq) oder kürzen es, die Frauen schneiden sich eine Haarsträhne ab(taqsir), was den Beginn eines neuen Lebensabschnittes, befreit von früheren Sünden, symbolisiert. Danach, noch am 10. Dhu l-Hiddscha, werden Opfertiere geschlachtet, wobei die Pilger nur einen kleinen Teil für sich behalten und den Rest den Armen überlassen. Dieser Tag, das Opferfest (Idu l-Adha), ist der höchste islamische Feiertag und wird auch von den daheim gebliebenen Muslimen überall auf der Welt begangen. Danach ist der Zustand des Ihram aufgehoben und die während des Tragens des Pilgergewandes zuvor verbotenen Dinge sind wieder erlaubt (mit Ausnahme des Geschlechtsverkehrs mit dem Ehepartner).

In der Folge kehren die Pilger zurück nach Mekka und zur Kaaba, einem würfelartigen Gebäude mit einem schwarzen Stein, und vollziehen den sogenannten Tawaf. Dabei wird die Kaaba sieben Mal entgegen dem Uhrzeigersinn umschritten. Darauf erfolgt der so genannte Sa’i, indem unweit davon der siebenmalige Gang zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa durchgeführt wird, bei dem die Suche nach Wasser, wie Hagar sie erlebte, nachempfunden werden soll (siehe auch Brunnen Zamzam). Die nächsten zwei oder drei Tage verbringen die Pilger in Mina. Dort findet erneut der Ritus der symbolischen Steinigung des Teufels statt, wobei nun aber drei Dschamarat, nämlich die Dschamarat al-Ula, die Dschamarat al-Wusta und die Dschamarat al-Aqaba mit jeweils sieben Steinen beworfen werden. Der Haddsch wird mit dem Abschiedstawaf und -sa’i abgeschlossen. Der Pilger kann jetzt in die Heimat zurückkehren.

Der Aufenthalt in ‘Arafah – Die vierte Säule

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